Die Komplexität des Trennens

Nach meinem Blog über das Vollstopfen von Gebührensäcken («Die Kehrichtpresser:innen»), komme ich jetzt nochmals aus anderer Warte auf das Thema zurück. Auch diesmal aufgrund von Beobachtungen in meinem Quartier, denn kürzlich war wieder Karton angesagt. In Olten werden Karton und Papier nicht am gleichen Tag gesammelt, sondern alternierend alle 2 Wochen. Für die Kartonabfuhr stellen viele ganze Schachteln auf das Trottoir oder auf die Strasse, oft aufgefüllt mit kleineren Kartonverpackungen. Einige (besonders vorbildliche Abfalltrenner:innen) schnüren den Karton zu kleinen Paketen zusammen, während andere (überhaupt nicht vorbildliche) nicht verstehen, dass wirklich nur Karton eingesammelt wird und auch das ganze Styropor, das beispielsweise mit dem neuen Fernseher und dem Möbelstück zwecks Abfederung in der Schachtel mitgeliefert wurde, ebenfalls mitgeben wollen. Nur merken das die Leute von der Abfuhr manchmal (kann gut sein, dass sie diesbezüglich eine kleine Schulung erfahren haben) und lassen dann diese Schachteln einfach auf der Strasse liegen. Styropor ist voluminös und seine Entsorgung bei einem auf Volumen basierenden System entsprechend kostspielig (vgl. meinen früheren, oben erwähnten Blog). Tatsächlich wäre Styropor auch rezyklierbar, was nicht zuletzt deshalb sinnvoll wäre, weil beim Verbrennen giftige, kanzerogene Dämpfe entstehen. Aber das weiss anscheinend niemand und wen kümmert es?

Natürlich beschränken sich die Trennprobleme nicht auf Karton. Ähnliches spielt sich beim PET und Glas ab. So findet man gelegentlich Säcke mit Haushaltskehricht bei der Glasentsorgungsstelle oder kaputte Fensterscheiben, die nicht in die Behälteröffnungen passen.

Abfall korrekt zu trennen, setzt neben gutem Willem einerseits eine gewisse Intelligenz voraus, andererseits aber auch Sprachkenntnisse resp. das Bemühen der Stadt, den Entsorgungsplan für Einwohner:innen zu übersetzen, die der deutschen Sprache nicht komplett mächtig sind.

15.8.2025

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